Entwicklungsprozess

Beständige Weiterentwicklung

Ihr Geschäftsmodell Entwickeln

Eine Idee oder Vision allein reicht nicht aus, um ein Unternehmen aufzubauen. Dennoch: Der Erfolg steht und fällt mit Ihrem Geschäftsmodell. Auch wenn Ihr ausgearbeitetes und erprobtes Modell derzeit funktioniert, garantiert dies keinen fortlaufenden Erfolg. Die sich ständig ändernden Märkte zwingen Sie dazu, Ihr Geschäftsmodell ununterbrochen auf den Prüfstand zu stellen.

Ein Geschäftsmodell entwickelt sich nicht von jetzt auf gleich. Auch eine Überarbeitung benötigt seine Zeit. Eine Einordnung in drei Phasen ist möglich:

  1. Lernen Sie Ihre Zielgruppe kennen
  2. Entwickeln Sie Ideen und definieren Sie eine klare Umsetzung
  3. Testen und überarbeiten Sie regelmäßig

1. Die Probleme und Bedürfnisse ihrer Zielgruppe stehen an erster Stelle

Kund:innen suchen in der Regel nicht nach Ihrem Produkt. Sie suchen meist jemanden, der ein Problem löst. Eine:n kompetente:n Ansprechparner:in, persönliche Begleitung eines Projektes. Gerade im Handwerk haben Sie den großen Vorteil, dass Sie sehr eng mit Ihren Kund:innen zusammenarbeiten. Ob große Geschäftspartner oder Endverbraucher:innen zu Hause, alle suchen den persönlichen Kontakt zu Ihnen und berichten detailliert von ihren Wünschen.

Halten Sie die Probleme Ihrer Kundschaft fest.

• Passt Ihr Angebot zu diesen Bedürfnissen?
• Ergeben sich daraus zusätzliche Wünsche?
• Können Sie weitere Möglichkeiten zur perfekten Lösung anbieten?
• Wird der Kunde/die Kundin dieses Problem in Zukunft nochmal haben?

Es gibt verschiedene Wege, die Bedürfnisse Ihrer Kund:innen zu identifizieren. Direkte Gespräche zwischen Mitarbeiter:innen und Kundschaft liefern sicherlich einen intensiven Einblick in die Geschäftsbeziehung, aber auch durch eine Analyse Ihrer Aufträge oder eine Befragung Ihres Teams können Probleme Ihrer Kund:innen und somit Verbesserungspotenziale aufgedeckt werden.

2. Kommen sIE INS TUN

In dieser Phase ist es wichtig, dass Sie Ihre gewonnenen Erkenntnisse aufschreiben, Ihre Ideen ausarbeiten, konkretisieren und analysieren. Entwickeln Sie einen klaren Umsetzungsplan. Hierbei helfen Ihnen verschiedene Tools wie zum Beispiel Business Model Canvas oder Business Model Navigator. Diese haben sich in der Praxis besonders bewährt, sind für jedes Unternehmen anwendbar und einfach zu übertragen. Wir möchten Ihnen beide Modelle kurz vorstellen:

Business Model Canvas

Mithilfe des Canvas können Sie alle Bausteine und Schlüsselfaktoren Ihrer Geschäftsidee konkretisieren und so abschätzen, ob und wie Ihre Idee umgesetzt werden kann.

Das Modell basiert auf acht Elementen, welche die Basisbausteine eines Unternehmens übersichtlich darstellen. Durch die Visualisierung in einem Modell fällt es leichter, die Bausteine miteinander zu vergleichen und ihre Verbindung zueinander zu erkennen. Dabei steht die einfache Anwendung im Vordergrund: Das Einzige, was benötigt wird, ist eine ausgedruckte Version des Canvas und ein paar Post-its. Selbstverständlich ist das Modell auch in einer digitalen PDF-Vorlage zu nutzen. Hier finden Sie eine Ausfüllhilfe.

Business Model Navigator

Der Ansatz des Business Model Navigators liegt darin, dass erfolgreiche Veränderungen und Innovationen aus einer Rekombination von bestehenden Geschäftsmodellmustern entwickelt werden können.

Eine Studie der Universität St. Gallen hat ergeben, dass über 90 % aller Geschäftsmodellinnovationen Entwicklungen aus 55 bestehenden Mustern sind. Auf Basis dieser Geschäftsmodellmuster lassen sich vorhandene Unternehmenslogiken überarbeiten und revolutionäre Ansätze schaffen.

Im Modell befassen Sie sich im ersten Schritt mit dem „Magischen Dreieck“.

Das „Magische Dreieck“ soll folgende Fragen beantworten:

Wer sind Ihre Zielkund:innen?
Was ist der entstehende Nutzen?
Wie sind Ihre Aktivitäten und Ressourcen zur Wertschöpfung definiert?
Die Ertragsmechanik: Was ist der Wert?

Anschließend folgen drei Phasen:

  1. Mithilfe des Navigators übertragen Sie ein bestehendes Geschäftsmodell auf eine andere Branche.
  2. Sie kombinieren zwei oder mehr bestehende Geschäftsmodelle zur Nutzung der Vorteile beider.
  3. Sie wiederholen ein erfolgreiches Geschäftsmodell in anderen Produktbereichen.

3. Testen, Testen, Testen

Sie haben die Grundsteine Ihrer Entwicklung gesetzt und jetzt heißt es ausprobieren, testen, weiterentwickeln und verbessern. Mit der konkreten Umsetzung Ihrer Idee schaffen Sie sich neue Wege und Strukturen, die selbst ihre Zeit benötigen, um perfekt aufeinander abgestimmt zu sein. Mit der Entwicklung von Prototypen oder ersten Testumgebungen für neue Prozesse können Sie Ihre Ideen testen.

Keine Angst vor Feedback und Kritik!

Nur durch regelmäßiges Feedback lernen Sie mögliche Fehler und Probleme genau kennen und können im nächsten Schritt an einer Verbesserung arbeiten. Dabei sollten Sie genau da nachfragen, wo Fragen entstehen: Bei Ihren Mitarbeiter:innen und Ihren Kund:innen! Führen Sie regelmäßige Gespräche mit Ihrem Team und laden Sie sich Ihre Kund:innen ein, um ein offenes Feedback zu erhalten.

Hilfstool: Virtueller Lernpfad

Um Geschäftsmodelle neu zu denken und die Zukunft aktiv zu gestalten, bietet das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk ein hilfreiches Tool an. Mithilfe eines interaktiven Lernpfads können Handwerksbetriebe spielerisch in sechs Schritten den gesamten Prozess der Geschäftsmodellentwicklung durchgehen. Der Lernpfad soll Sie dabei unterstützen, ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell zu erarbeiten, die Bedeutung und die Chancen der Digitalisierung für den eigenen Betrieb sowie die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden zu erkennen.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Entwicklung Ihres Geschäftsmodells?

Eine Entwicklung oder Überarbeitung eines bereits bestehenden Geschäftsmodells ist ein anspruchsvoller Prozess, der seine Zeit braucht. Viele unterschiedliche Faktoren und Aspekte gilt es zu beachten. In diesem Zusammenhang ist die Digitalisierung als Chance zu sehen, um das bisherige Geschäftsmodell zu hinterfragen und es ggfs. anzupassen.

Als Beispiel kann der Einsatz neuer Technologien für einzelne Arbeitsprozesse angeführt werden. Durch externe Unterstützung können Sie sich zusätzliches Know-how und Ideen in Ihre Unternehmen holen. Die Handwerkskammern und Fachverbände in NRW bieten hierzu persönliche Beratungen an und können Ihnen bei der Entwicklung Ihrer Geschäftsmodelle unter die Arme greifen.

Brauchen Sie Hilfe bei Ihrem Geschäftsmodell?

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