„Oh, das Handwerk ist auch hier!“ Diesen Satz hören Miriam Belke und Jens König von der Handwerkskammer Bielefeld häufiger am 6. Dezember. Die beiden betreuen den Handwerksstand beim IT-Sicherheitstag in Siegen und haben wahrlich den besten Standort dafür – direkt im Eingangsbereich der Siegerlandhalle. Im Gepäck haben sie ein neues Online-Qualifizierungsangebot für Handwerker:innen. Das Ziel: Betriebe dabei unterstützen IT-sicherer und DSGVO-konform zu werden. Start ist im Mai 2023. Sie haben also noch Zeit sich das in Ruhe anzuschauen und dabei zu sein.
Der Aktionstag wurde vom Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT), von der Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH), den Industrie- und Handelskammern in NRW sowie dem Kompetenzzentrum Digital.Sicher.NRW ausgerichtet. In diesem Jahr war erstmals auch das Handwerk direkt angesprochen.



Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten am Stand der Kammer Informationen und Tipps zur Prävention von IT-Sicherheitsvorfällen und konnten erfahren, wie sie ihren Betrieb IT-sicher aufstellen können. Und einige der als Austeller vertretenen IT-Dienstleister ließen sich direkt in unsere IT-Dienstleistersuche auf handwerk-digital.nrw mit aufnehmen. Denn Miriam Belke und Jens König waren so nett, auf der Messe auch unsere Digitalisierungsplattform noch einmal vorzustellen.
Ein weiterer Satz, der noch oft fallen wird: „Vertraue niemandem!“ Ein ziemlich unvorweihnachtlicher, aber notwendiger Rat. Allein von 2020 auf 2021 hat Computerkriminalität einen Zuwachs von 24 Prozent zu verzeichnen. Das klingt zwar nicht nach viel, allerdings gehen die Schäden deutschlandweit in dreistellige Milliardenhöhen. Da kein Unternehmen zu klein oder zu unbedeutend ist, um Ziel einer Cyberattacke zu sein, können die Schäden immens sein. Deshalb raten alle Expert:innen und Redner:innen die helfen, hier am Nikolaustag das Programm lebendig und praxisnah gestalten, zu Respekt vor dem Thema.
Das für viele Laien lästige daran: IT-Sicherheit kostet Zeit, Geld und Disziplin. Besonders dann, wenn man sich um alle drei Eckpfeiler der Unternehmensresilienz kümmern möchte: Hardware, regelmäßige Fortbildungen und einen Notfallplan. Um zu sehen, wo Sie und ihr Betrieb stehen, könnte zum Beispiel der IT-Sicherheitskompass des Kompetenzzentrums Digital.Sicher.NRW ein guter Anfang sein. Eine Notfallkarte zum Ausdrucken stellt die Wirtschaftssicherheit zur Verfügung. Beide sind Ansprechpartner, falls Sie Beratungs- oder auch Schulungsbedarf haben. Die Angebote sind kostenfrei.



Sollte sich herausstellen, dass Sie Aufholbedarf haben, können wir Ihnen das neue Förderprogramm MID Digital Sicher ans Herz legen. Ihre IT-Sicherheit wird mit bis zu 15.000 Euro gefördert, bei einer 80-prozentigen Förderquote. Das klingt doch gut, oder? Stellen Sie einfach einen Antrag. Da das Förderprogramm nach dem Windhundprinzip funktioniert (Das gute alte „Wer zuerst kommt mahlt zuerst…“), geht nichts verloren. Auch wenn in einem Monat mal die Tranchen verbraucht sein sollten. Sie kommen automatisch im nächsten Monat wieder ins Spiel.
Wie heißt es nochmal? Ein Marathon wird nicht an einem Tag gewonnen! Das Thema IT-Sicherheit ist definitiv eines für Langstreckenläufer. Es bleibt uns erhalten, ob wir wollen oder nicht. Ob beruflich oder privat. Die gute Nachricht ist, Sie müssen nicht alleine laufen. Es gibt kompetente und kostenfreie Anlaufstellen. Und vielleicht halten Sie hier im nächsten Jahr Ausschau nach neuen Terminen rund um IT-Sicherheit im Handwerk…