In Beckum im Kreis Warendorf entsteht Deutschlands erstes Haus aus dem 3D-Drucker. Das Pilotprojekt, welches vom NRW-Bauministerium durch das Landesförderprogramm „Digitalisierung der Bauwirtschaft und innovatives Bauen“ mit 200.000 Euro gefördert wird, gilt als Meilenstein für die 3D-Betondrucktechnologie und markiert den Beginn einer Revolution in der Baubranche.
Schicht für Schicht trägt der Drucker die zwei Zentimeter dicken Betonschichten über den computergesteuerten Betonspritzkopf auf. Das zweigeschossige Einfamilienhaus mit ca. 160 qm Wohnfläche besteht aus mehrschaligen Wänden, die mit Dämmmaterial oder mit Ortbeton verfüllt wurden. Gedruckt wird mit einem 3D-druckfähigen Mörtel oder Beton auf Zementbasis. Durch die flexiblen Designmöglichkeiten, überwiegend runden Wänden, hebt sich das gedruckte Haus vom konventionellen Hausbau ab.
„Nordrhein-Westfalen-Innovation für Deutschland: digital, dynamisch, druckfertig – das sind unsere 3D‘s für die Zukunft des Bauens. Wir sind stolz darauf, dass das erste Haus, welches 3D gedruckt wird, in unserem Bundesland entsteht. Damit ist Nordrhein-Westfalen Vorreiter für Deutschland. Nicht morgen, nicht irgendwann, sondern heute.“
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen
Das Baukonzept für das Haus aus dem Drucker wurde von Mense-Korte ingenieure+architekten entworfen. Die schwäbische Firma PERI installierte den Betondrucker und das Druckmaterial stammte von der Firma Druckmörtel „i.tech 3D“ der Firma HeidelbergCement zum Einsatz. Zudem wurde das Bauprojekt gutachterlich von der Technische Universität München und dem Ingenieurbüro Schießl Gehlen Sodeikat begleitet.
Auszeichnung für das Projekt
Die ausgeführte Bautechnik wurde mit dem German Innovation Award 2021, Preis für branchenübergreifende Produkte und Lösungen mit einer Nutzerzentrierung sowie einen Mehrwert gegenüber bisherigen Lösungen unterscheidet, ausgezeichnet.
Die Jury für den German Innovation Award setzt sich aus unabhängigen, interdisziplinären Experten und Expertinnen aus Industrie, Wissenschaft, Institutionen und Finanzwirtschaft zusammen. Die Bewertung der Einreichungen erfolgt nach den Kriterien Innovationshöhe, Anwendernutzen und Wirtschaftlichkeit. Die Innovationsstrategie sollte Aspekte wie soziale, ökologische, ökonomische Nachhaltigkeit und den Energie- und Ressourceneinsatz berücksichtigen. Auch Faktoren wie Standort- und Beschäftigungspotenzial, Langlebigkeit, Marktreife, technische Qualität und Funktion, Materialität und Synergieeffekte spielen eine entscheidende Rolle im Bewertungsprozess.
Das Projekt soll erst der Anfang sein. In Beckum soll ein ganzes Quartier mit gedruckten Häusern entstehen. „Es ist wichtig für Deutschland mit solchen Projekten zu starten, damit nicht nur die Forschung bei uns stattfindet, sondern anschließend auch die Wertschöpfung“, sagt Bauministerin Scharrenbach.





