Ein Besuch in der Tischlerei Gehring und Jarc
Izzy, hast du heute eine gute Frage gestellt? – Mit diesen Worten begrüßte ihn seine Mutter, jeden Tag, wenn er aus der Schule kam. Sie fragte nie: Hast du heute etwas gelernt? Sondern immer: Hast du heute eine gute Frage gestellt? Das habe ihn unbeabsichtigt zum Wissenschaftler gemacht, so der Physiker Isidor Isaac Rabi über seinen beruflichen Werdegang.
In einer Zeit, in der es zu nahezu jedem Lebensbereich bereits schnelle Lösungen zu geben scheint, plus dazugehöriger Meinung, Sterne-Bewertung und Fünf-Schritte-Plan, ist es nicht selbstverständlich, überhaupt noch offene Fragen stellen zu können. Wulf Gehring und Alexander Jarc haben also zweifellos ein Talent, denn gute Fragen stellen können sie extrem gut.
Mit dem kleinen Unterschied, dass aus ihnen keine Wissenschaftler wurden, sondern zwei Tischlermeister. Aber schließlich kann man nicht nur an der Universität denken lernen: Ein moderner Handwerksbetrieb bringt seine ganz eigenen Herausforderungen mit sich, für die die beiden Freunde und Kompagnons seit bald zehn Jahren immer wieder Lösungen finden. Im Laufe der Jahre haben sich die Fragen verändert, sind weitreichender geworden. Proportional zur Verantwortung in einer immer schneller werdenden Welt ein wachsendes Team zu führen.
Angefangen hat alles mit einer Antwort. Der Antwort zweier passionierter Schreiner auf die Frage: Was wollen wir eigentlich mit unserem Können anfangen? Also wirklich? „Wulf und ich haben parallel unsere Ausbildung gemacht in einer kleinen Schreinerei in Krefeld, in einem ehemaligen Kuhstall. Diese Schreinerei hatte Untermieter – das wird gerne gemacht, da es so leichter ist, die Maschinen und alles weitere zu finanzieren. Wulf und ich haben uns immer gut verstanden, haben abends zusammen Bier getrunken, sind gemeinsam zur Pommesbude gefahren. Ich habe dann nach meiner Ausbildung in dem Betrieb angefangen, in dem Wulf seine Ausbildung gemacht hat“, erzählt Alexander Jarc mit Blick auf die Vergangenheit. Danach haben die beiden Freunde 14 Jahre zusammengearbeitet. Währenddessen wuchs das Team um sie herum: Aus einem Vier-Mann-Betrieb wurde einer mit 45 Mitarbeiter:innen. „Das war uns zu groß. Und letztendlich ging es fast nur noch darum, Meter zu machen. Wir wollten wieder zurück zu dem, was wir ursprünglich am schönsten fanden. Nicht auf Masse zu produzieren, sondern mit einem kleinen Team das machen, was wir gut finden“, so Alexander. Was die beiden Schreiner gut finden war klar: Exklusiven Innenausbau und schöne Möbel. Das wollten sie machen.
Diese Antwort ist bis heute dieselbe geblieben. Der Weg zur Umsetzung führte die beiden erst in die Meisterschule, dann in die Selbstständigkeit. Bis heute wirft sie zuverlässig immer wieder neue Fragen auf. Im Kern oft nur diese eine: Wie bekommen wir das besser? Angefangen bei der Vermarktung, über Werkstattorganisation und -ausstattung bis hin zur internen Kommunikation im Team. Oft war das ‚besser‘ digital.
„Dabei ging es uns nicht vordergründig darum, digitale Lösungen zu finden“, sagt Alexander. „Das Ziel war es nicht, größer zu werden und mehr Leute einzustellen. Es war auch nicht das Ziel, noch mehr zu arbeiten. Denn wir haben, gerade am Anfang, wirklich sehr viel gearbeitet; sehr lange Tage gehabt. Das Ziel war eher, sich so gut und strukturiert aufzustellen, dass wir in der Regelarbeitszeit in der Lage sein würden, vernünftiges Geld zu verdienen und schöne Sachen zu machen. Das funktioniert tatsächlich nur, weil wir unsere Arbeitsabläufe optimiert haben.“
Und optimieren mussten sie. Denn schon kurz nach Betriebsgründung im Juni 2012 stand schon wieder alles auf dem Spiel. Sie waren als Untermieter in die großen, hellen Hallen am heutigen Standort in Korschenbroich eingezogen. Doch der Hauptmieter ging insolvent und brachte damit auch Gehring und Jarc in Schwierigkeiten: Zu viert haben sie damals da gestanden, Wulf und Alexander, mit Steffi und Sean, und haben einfach keine kleineren Räumlichkeiten gefunden, die bezahlbar und trotzdem passend gewesen wären. Schließlich gab es nicht nur die vier, sondern auch schon eine CNC-Maschine und den kleinen Kantenautomaten. „Wir waren kurz davor aufzugeben“, erzählt Alexander. „Doch dann haben wir beschlossen: Wir machen das jetzt für uns passend, wir wachsen da jetzt rein.“ Das hieß, extrem schnell das Team vergrößern. Extrem schnell die große Halle mit allen Verpflichtungen ausfüllen können. Innerhalb weniger Jahre sind sie auf 18 Personen angewachsen, haben Strukturen eingezogen, sich ihre Nische erobert. „Das hat gut geklappt. Aber es ist schon so, dass wir an vielen Punkten, gerade in Digitalisierungsfragen, immer alleine dagestanden sind. Wir sind alle gelernte Schreiner und es gibt hier niemanden, der sich beruflich mit EDV, IT, Projektmanagement oder Online-Marketing beschäftigt.“ Für den EDV-Support haben sie sich deshalb mit Betriebsgründung eine Firma ins Boot geholt, die sich um Hardware, Server, IT-Sicherheit, Updates und Problembehandlung kümmert. Zum Service gehört jedoch nicht die Auswahl und Beschaffung von Software, die Datenpflege oder Wartung. Aufgaben, die inzwischen für Wulf einen Fulltimejob ausmachen. Er verwaltet und pflegt das, was bislang digital ist, so, dass es reibungslos genutzt werden kann. Fast jede der Maschinen in den Werkstatthallen hat ein Display. Was dazu geführt hat, dass es Gehring und Jarc heute noch gibt.
Wir haben auch schon überlegt, das mit der Digitalisierung einfach sein zu lassen. Nach alter Väter Sitte zu schreinern und fertig. Letztendlich hat uns aber unser Forschen immer weitergebracht.
Alexander Jarc
Denn: Dank ihrer computergestützten Maschinen konnten sie anderen Schreinereien zuarbeiten, die nicht über CNC-Technik oder über eine CAD/CAM-Software zum Zeichnen und Programmieren verfügen. „Unsere Autos sind nicht beschriftet, weil wir anderen Schreinereien fertige Teile auf die Baustelle fahren“, verrät Alexander. „Der Kunde weiß gar nicht, dass es uns gibt. Wir haben ganze Ausbauten gemacht für andere Betriebe. Das hat uns am Leben gehalten. Und insofern gut funktioniert, als dass diese Betriebe für uns ein wenig wie Außendienstmitarbeiter und Marketingreferenten funktioniert haben.“ Selbst Tischlereien, die bis dahin nur Fenster und Türen angeboten haben, konnten durch eine Zusammenarbeit mit Gehring und Jarc ihr Angebot erweitern. Die kaufen jetzt Möbel in Korschenbroich.
Alexander glaubt, dass es im Möbelbau ohne computergestützte Maschinen kaum mehr eine Möglichkeit gibt, sich zu halten: „Kleinere Betriebe, die nicht in der Lage sind, eine gewisse Qualität zu liefern oder vom Kunden gewünschte Materialien zu bearbeiten, werden aussterben.“ Das Spektrum von Leistungen, die man anbieten könne, sei einfach zu gering ohne diese Technik. Deshalb sind zwei gelernte Schreiner für Arbeiten, die früher in der Werkstatt gemacht wurden, ins Büro gewechselt. Und jetzt kommen die damit gar nicht mehr aus dem Büro heraus.
Als Alexander das Schreinern gelernt hat, hatte man bereits Bohrmaschinen, die in der Lage waren, exakte Lochreihen zu bohren. Das wurde in der Werkstatt vorbereitet, die Maschine dementsprechend umgebaut. Man sagte sich: Ich brauche jetzt Ø 5mm Bohrlöcher, davon zehn Stück. Diese Lochreihe zu bohren hat mit allem Drum und Dran einen Tag gedauert. Heute wird das von Steffi und Max im Büro vorbereitet und programmiert. Die jeweilige Maschine bohrt so eine Lochreihe in einer Minute mit, während sie zeitgleich andere Arbeitsschritte durchführt. Das geht dann dahin, dass Bohrungen für Scharniere, Schlösser, Stellfüße oder Schrankverbinder schon im Büro gezeichnet werden können. Eine zweite große Verbesserung in Sachen Effektivität und Tempo erfolgte mit Anschaffung einer großen liegenden Plattensäge. Die schneidet Platten Verschnitt optimiert zu. Sie schneidet Materialien so fehlerfrei und Verschnitt arm, dass Gehring und Jarc dadurch effektiv Geld sparen können. „Wenn jemand von Hand Teile zurechtschneidet, ist das nicht so effektiv, als wenn das ein Rechner macht. Wir haben darüber hinaus die Möglichkeit, aus Plattenresten ebenfalls noch etwas zu machen. Bei Großserien kann man zum Beispiel eine gewisse Überproduktion zulassen. Wir produzieren bei uns hier bis zu fünf Prozent mehr. Und die Maschine baut das so ein, dass ich nicht mehr Material benötige, sondern mehr Reste verwertet werden.“ Und natürlich hat dieses Vorgehen den unschlagbaren Vorteil, dass auch Teil 50 noch genauso aus der Maschine kommt, wie Teil eins.

Um Verschnitt-Optimierung ging es letztendlich auch bei der Einführung des Zeiterfassungssystems. Irgendwann stellte sich für Wulf und Alexander die Frage: Was machen wir eigentlich den ganzen Tag? Oder, etwas genauer: Wie viel Zeit verwenden wir auf einen speziellen Auftrag? Wie lange dauert ein einzelner Arbeitsschritt? Wie viel Zeit geht für Tätigkeiten drauf, die wir keinem Kundenauftrag zuordnen können? Also etwa für das Aufräumen und Putzen der Werkstatt? Mit einem Barcode-System kann heute jede:r Mitarbeiter:in ihre oder seine Arbeitszeit und einzelne Arbeitsschritte einem Kundenauftrag zubuchen. So sehen Wulf und Alexander: Aha, wir haben 70 Stunden kalkuliert. Jetzt sind wir schon bei 60 und noch nicht annähernd fertig mit dem Projekt. Irgendetwas läuft nicht. „Uns ging es nicht um Kontrolle unseres Teams“, erklärt Alexander. „Es ging um die Schaffung einer Grundlage, um unsere Abläufe zu koordinieren. Aber auch darum, Aufträge besser zu kalkulieren und unser Bauchgefühl besser einordnen zu können.“ Auf die Frage, wie das so funktioniert, muss er lachen: „Es ist natürlich personenabhängig, wie gut das funktioniert. Einige im Team machen das problemlos, weil sie es von Tag eins an nicht anders gelernt haben. Andere vergessen schon mal, Schritte zu buchen, weil sie es einfach nicht gewöhnt sind. Das kommt immer noch vor.“ Was dafür immer seltener vorkommt: Dass sie mit drei, vier Leuten aus einem Projekt mit dem Bauchgefühl herauskommen, ja, das ist gut gelaufen. Das wird ein Auftrag gewesen sein, der sich gelohnt hat. Um nachher, wenn nackte Zahlen dagegenstehen, zu erkennen: Das hätten wir vielleicht besser sein gelassen. Mit Hilfe der Software können sie verschiedene Filter setzen und so nicht nur die Betriebszahlen zu einzelnen Aufträgen ansehen, sondern diese auch vergleichen mit anderen Daten aus der Branche. Zudem gibt dieses Datensammeln Sicherheit in der Preisgestaltung. Früher war es oft so, dass sie Projekte für weniger Geld umgesetzt haben, um überhaupt erst einmal an Aufträge zu bekommen. „Wenn ich etwas Schönes baue, freuen die Leute sich“, erklärt Alexander. „Wenn ich dann einen Preis daneben schreibe, finden die das nicht mehr so schön. Sammle ich aber jahrelang Daten über Projekte, dann kann ich zum Beispiel genau sehen: Wir haben in den letzten fünf Jahren 30 Schränke gebaut. Die waren zwar nicht gleich breit, aber ungefähr gleich hoch. Zusätzlich kann ich mir die Nachkalkulation danebenlegen und nachher einem neuen Kunden sagen: Wenn wir den Schrank so bauen, müsste der etwa diese Summe kosten. Damit sind wir die letzten 30 Schränke gut hingekommen. Wir nutzen diese Zahlen, um auch wirklich Geld zu verdienen mit einer Kundenanfrage. Wir lernen, lohnt sich ein Auftrag, oder lohnt er sich nicht?“, fasst Alexander den Nutzen dieser digitalen Lösung zusammen.
Das, was wir verarbeiten, ist nicht anspruchsloser geworden. Eigentlich müsste man die Lehrzeit verlängern. Viele haben da noch Meister Eder im Kopf. Dabei verarbeiten wir hier Holz, Kunststoff, Stahl, Lichtinstallationen. Wenn wir ein Haus ausbauen, dann ist da alles dabei. Wir lackieren Möbel auf dem Niveau eines Autolackierers.
Wir haben zwischendurch Wände oder Anlagen, die tapeziert oder sonstwie streichfähig sein müssen; Hochglanzoberflächen. Wo soll das alles herkommen? Man kann eine ganze Menge lernen und sehr sehr abgefahrenen Kram machen, aber das ist in drei Jahren auch echt eine Packung für Azubis. Wir finden schon länger kaum Nachwuchs dafür. Wenn das so weiter geht, wird sich ein normaler Mensch keinen Schreiner mehr leisten können.
Alexander Jarc
Um ihr Aufmaß zu digitalisieren, sind sie kreativ geworden und haben eine Technik aus dem Steinmetzbereich für sich adaptiert. Wulf hat sich wochenlang eingeschlossen, um herauszubekommen, wie sie das Fotoaufmaß-System mit 3D-Laser für sich und ihre Zwecke nutzbar machen können. „Da ging es aber auch eher um Genauigkeit, anstatt um den unbedingten Willen zur digitalen Lösung“, bemerkt Alexander. Eine runde Tür oder einen Einbauschrank können sie so exakt aufmessen, dass Einbauten passgenau produziert werden – unabhängig davon, ob die Wände schief sind oder der Boden abschüssig.
„Früher fuhren wir nach Düsseldorf, um, zum Beispiel, in der fünften Etage einen Schrank aufzubauen. Und wenn wir da oben keinen Strom hatten, mussten wir für das Sägen von ein paar Passleisten vier Kabeltrommeln ausrollen, um von der fünften Etage 40 Meter weiter die Straße runter im Auto den Zuschnitt machen zu können“, erinnert Alexander sich. „Heute reise ich mit meinem Schrank an und der passt auf den Millimeter genau. Dasselbe gilt für Arbeitsplatten, die ich mir beim Steinmetz zuschneiden lasse. Dem schicke ich heute die Maße, die ich aus den Fotos extrahiere und dann passt das. Ob das jetzt die beste oder einzige Lösung ist? Vermutlich nicht. Aber für uns funktioniert sie.“
Als jüngste digitale Neuerung hat im Dezember 2021 mit der Craft Note App ein Werkzeug zur Optimierung der internen Kommunikation Einzug in Korschenbroich gehalten. Die schwarzen Tablets für das Team laden in der Werkstatt ordentlich aufgereiht neben den analogen Werkzeugen, wenn sie gerade nicht gebraucht werden. Die auf den Tablets installierte App ist eine Art Mischform aus Chatfunktion und Kalender, digitaler Bauakte und Dokumentenmanagementsystem. Ein integriertes Navigationsgerät rundet die umfangreiche Funktionalität ab – seitdem gibt es W-LAN in allen Fahrzeugen von Gehring und Jarc. In die Nutzung dieser App sind Wulf und Alexander eher zufällig hineingestolpert, als sie auf der Suche nach Antworten auf die Frage waren, wie die Kommunikation im Team reibungsloser funktionieren könne. Sie wollten wissen: Wie transportieren wir Informationen zeitgleich zu allen im Team? Wie macht man sowas richtig mit Blick auf Datenschutz und IT-Sicherheit? Erst experimentierten sie mit der kostenfreien Variante von Craft Note, um dann festzustellen, dass sie doch die erweiterten Möglichkeiten der Bezahlversion nutzen möchten. Der Gründer hat als Basis die Funktionen des beliebten WhatsApp-Messengers verwendet und diese um Datenschutzkonformität und IT-Sicherheit erweitert. Zu verschiedenen Projekten und Aufträgen können Gruppen angelegt werden. So erhalten die Mitarbeiter:innen passgenau Informationen, die nur ihn oder sie betreffen. Jede:r in der jeweiligen Projekt-Gruppe kann vom ersten Gespräch, über das Aufmaß bis hin zum Projektverlauf wichtige Dokumente und hilfreiche Informationen einsehen.
„Nur leider haben wir uns damit auch wieder neue Fragen eingekauft“, sagt Alexander, nicht ohne etwas unglücklich zu gucken. „Wir haben jetzt 18 Tablets zu betreuen. Dahinter liegt eine neue Software, die alle Tablets verwaltet. Und die muss wiederum eine:r betreuen.“ Außerdem: Sind alle Tablets auf dem neuesten Stand? Sind sie geladen? Wer macht Updates? Damit mussten sich alle mehr oder weniger beschäftigen. „Grundsätzlich ist die App jedoch von jedem Teammitglied hier gut angenommen worden, weil wir dadurch Probleme lösen konnten, die jede:n im Team betrafen.“
Früher war es schwer darzustellen, wer wann wo ist. Inzwischen kann sich jede:r einzelne darauf einstellen: Nächste Woche bin ich zwei Tage in Köln. Oder: Das Projekt X muss dann und dann fertig sein. Das konnte man zwar vorher mit Hilfe von Tafeln, Exceltabellen und Kalendern darstellen. Aber es wurde nicht immer alles sofort aktualisiert. So seien schon mal Missverständnisse und Ungenauigkeiten entstanden. Das ist heute anders. Durch die App bekommen alle die Infos, die sie brauchen, zeitgleich. Und der Kalender aktualisiert sich ebenfalls für alle automatisch.
Doch die Digitalisierung bringt auch Veränderungen mit sich, die nicht nur die Klärung von Support erfordern. Sie hat auch Auswirkungen auf die Beziehung zu Kund:innen und Auftraggebenden: „Alles ist viel schneller geworden. Früher war ich bei einem Kunden, einer Kundin, habe im Nachgang vielleicht ein Angebot verschickt. Das war per Post drei Tage unterwegs“, erzählt Alexander. „Dann wurde das Angebot bestenfalls angenommen; das Antwortschreiben war wieder drei Tage unterwegs. Heute habe ich Kund:innen, die schreiben mir Sonntagabends eine E-Mail und erwarten Montagfrüh ein fertiges Angebot. Ich habe Leute, die glauben, nur weil das Online-Shopping erfunden wurde, lägen hier fertige Möbel bei uns im Lager. Menschen möchten bei mir Inneneinrichtung im Wert eines Einfamilienhauses bestellen und glauben, das könnte in zwei Wochen fertig bei ihnen stehen.“ Man merkt ihm seine Ratlosigkeit an, als er fortfährt: „Das dreht sich alles so schnell. Ich muss noch am selben Tag antworten, zumindest, dass ich die Info bekommen habe. Sonst bekomme ich nämlich zwei Minuten später noch einen Anruf und später noch eine WhatsApp. Ich habe Leute, die mir eine WhatsApp schreiben, um mich darüber zu informieren, dass sie mir gerade eine E-Mail geschrieben haben, um dann anzurufen und mich zu fragen, ob ich auf mein Telefon geguckt habe. Das nimmt Formen an, da muss man sich auch abgrenzen.“
Vor allem, weil das Auftragsbuch eigentlich schon voll ist für dieses Jahr. „Wir hatten mal das Ziel, exklusiven Innenausbau anzubieten und schöne Möbel zu bauen. Und da sind wir jetzt. Die Auftragslage ist super. Das bringt leider neue Probleme mit sich“, erzählt Alexander uns. „Denn: Wir haben derzeit einen schönen Auftrag, den wir gerne annehmen würden. Allein: Es fehlen Leute. Uns würden schon Praktikant:innen, Ferienjobber oder einfach Menschen helfen, die Lust haben mitzumachen. Bisher hat noch jede:r hier sein oder ihr Plätzchen gefunden.“ Und so beenden wir diesen Text mit einer offenen Frage, auf die es in jedem Fall eine Antwort in Menschengestalt geben muss: Haben Sie Lust mitzumachen? Wenn ja, melden Sie sich einfach unter: info@gehring-jarc.de.
Weitere Infos zu Gehring & Jarc finden Sie hier: http://www.gehring-jarc.de/. Oder Sie vernetzen sich einfach über auf Facebook: https://www.facebook.com/GehringJarc/.








