Stefan Janßen hat eine Mission: Handwerksbetriebe dabei zu fördern, weniger unnötige Beschäftigung und dafür mehr echte Wertschöpfung zu betreiben. Er ist Unternehmer, Friese mit Herz, Familienmensch und Suchender. Seit 2020 arbeitet er mit Moin Solar daran, Photovoltaik-Anlagen zur Selbstverständlichkeit auf norddeutschen Dächern zu machen. Gerade entsteht hinter seinem Haus ein Prototyp für nachhaltiges, technikarmes Bauen in Holzrahmenbauweise. 2022 ist sein erstes Buch erschienen: Der neue Handwerkschef. Ein Roman über das Neue Arbeiten.
Wir sprechen mit Stefan Janßen über Könnerschaft, Neugier, Digitalisierung und 20-Stunden-Wochen. Darüber, wie wichtig es sein kann, gelegentlich mal das Handy auszuschalten und den eigenen Gedanken zu lauschen. Und darüber, wie wir wirklich sinnvolle Arbeit schaffen können, die Menschen gerne tun. Kurz: Wir sprechen über Neues Arbeiten im Handwerk.
Handwerk-digital.nrw: Wenn ich an Lesen und Handwerkerinnen und Handwerker denke, denke ich sofort: Die haben alle doch alle gar keine Zeit zum Lesen! Weshalb haben Sie sich entschlossen, Ihre Ideen für das Arbeiten im modernen Handwerk in eine Buchform zu bringen?
Stefan Janßen: Ich habe nun 30 Jahre unternehmerisches Handeln auf dem Buckel und habe eigentlich erst einmal nur für mich geschrieben. Der erste Entwurf war gar nicht unbedingt zur Veröffentlichung gedacht. Alles, was ich erlebt habe, was mir im Kopf herumging, das wollte ich rausschreiben, sozusagen. Ein weiterer Anlass war ein Buch von John Strelecki. Viele werden ihn kennen wegen seines ersten Buchs: Das Café am Rande der Welt. In The Big Five for Life geht es um eine Freundschaft und um ein erfülltes Berufsleben. Und um fünf große Herausforderungen, der sich jede:r stellen sollte, wenn er oder sie seine Bestimmung finden möchte. Das hat mich neugierig gemacht und ich habe mir meine fünf Antworten aufgeschrieben. Und einer der Punkte war, dass es mir immer wichtig gewesen ist, einen menschlichen Ansatz zu finden, auch beruflich. Und so ist aus all dem ein Buch entstanden. Es war eigentlich der Punkt der Selbstentwicklung, der mich dazu gebracht hat es auch zu veröffentlichen, mich mutig zu stellen. Auch der Kritik, die auf meinen Roman folgen könnte. Bisher ist glücklicherweise noch nicht viel Negatives gekommen.
Ich habe es am Wochenende selbst noch einmal gelesen, um mich auf unser Gespräch vorzubereiten. Da habe ich auch gemerkt, was da trotz des Lektorats noch durchgerutscht ist. Vielleicht macht das auch den Charme des Buches aus: Es ist eine persönliche Geschichte, geschrieben von einem Praktiker.
Handwerk-digital.nrw: Da würde ich Ihnen zustimmen. Ich muss sagen, ich war beim Lesen erstaunt, wie gut die Verknüpfung von Roman und Unternehmensberatung funktioniert. Ich fand es wirklich spannend zu lesen. Natürlich merkt man, dass Sie gezielt Tipps und Denkanstöße unterbringen, etwas wollen mit dem Text. Und trotzdem vergisst man beim Lesen immer wieder, dass Sie etwas wollen. Vor allem in Momenten, in denen man sich mit den Protagonisten identifiziert und sich unwillkürlich selbst auf seine Überzeugungen und Annahmen über die Arbeitswelt überprüft.
Stefan Janßen: Es ist für mich wichtig, meine Erkenntnisse in Form einer Geschichte zu erzählen. Denn ein trockenes Sachbuch nimmt tatsächlich selten ein:e Handwerker:in in die Hand. Zumal, wenn es dann über 250 Seiten schlimmstenfalls nur Theorie gibt. Ich habe versucht, alles in eine schöne Geschichte zu packen. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Aber sachliche Informationen langweilen mich persönlich und das kenne ich auch von vielen anderen Handwerker:innen. Die, die jetzt mein Buch gelesen haben, haben gesagt: ‚Ich hab’s echt mal wieder geschafft ein Buch zu lesen!‘ Von Menschen und ihrer Könnerschaft zu lesen, die damit ein Leuchtturm für andere sind, hilft oft mehr, als wenn man auf einer Metaebene Handlungsempfehlungen bekommt.
Handwerk-digital.nrw: Einige der im Buch vorgestellten Ideen zum Arbeiten im modernen Handwerk erscheinen geradezu utopisch. Können Sie uns etwas darüber verraten, wie Ihre Recherche zum Buch verlaufen ist? Also: Gibt es wirklich Betriebe, die so arbeiten?
Stefan Janßen: Die extremen Beispiele, die in meinem Buch zu finden sind, bei denen Leserinnen und Leser denken werden, das kann ja gar nicht funktionieren, funktionieren eben doch! Ich habe mir auf meiner Reise durch die Neue Arbeitswelt einige Unternehmen angesehen, die all das, was ich beschreibe, auch wirklich mit Erfolg umsetzen.
Ich war zum Beispiel bei der Firma allsafe am Bodensee, die mit 200 Mitarbeitenden im da schon eher industriellen Bereich unterwegs ist. Und wo tatsächlich der Chef als Erstes die Stempeluhren von der Wand gerissen hat. Wo der Chef tatsächlich alle Geschäftszahlen in die Produktionsräume gehängt hat. Das funktioniert dort hervorragend. Auch mit einem Unternehmen aus dem Softwarebereich stehe ich in einem guten Austausch: der abat AG in Bremen: Die sehen zum Beispiel, dass es komplett ohne Hierarchien funktioniert. Mittlerweile sind das, glaube ich, 700 Menschen, die sich immer wieder eigenständig zu Projektteams zusammenfinden. Ohne, dass da irgendeine:r den Hut aufhat und sagt, so machen wir das jetzt. Es gibt Unternehmen da draußen, die das können. Man muss sich da nur hintrauen.
Handwerk-digital.nrw: Das geht vermutlich nicht von heute auf morgen, den Betrieb so komplett umzukrempeln?
Stefan Janßen: Es ist ein langer Prozess, das stimmt schon. Und es ist entscheidend, wie tief man da in den alten Strukturen und Mustern gefangen ist. Man kann Strukturen nur nach und nach in einzelnen Schritten aufbrechen. Das ist nichts, was man befehlen oder bestimmen kann. Man kann nicht einfach sagen. Wir machen ab morgen New Work.
Es ist natürlich auch einfacher bei einem neuen Unternehmen, wie meinem Moin Solar, wo wir mit einem weißen Blatt Papier angefangen haben und gesagt haben: Wir leben all das mal und schauen, ob es funktioniert. Ich habe da zum Beispiel drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Team, die habe ich im echten Leben noch nicht gesehen. Die haben wir virtuell eingestellt. Die machen ihre Arbeit in der Berechnung für die Photovoltaik und die Gespräche mit den Kundinnen und Kunden selbständig. All das läuft.
Demnächst sind wir wohl dazu verdonnert, tatsächlich Arbeitszeiten aufzuzeichnen. Bislang schauen wir nur auf die Wertschöpfung. Alles andere organisieren die Teams untereinander. Egal, ob sie Monteure auf dem Dach sind oder ob sie Vor- und Nachbereitung im Büro machen – all das wird eigenverantwortlich selbst geregelt.
Wir sind jetzt im zweiten Jahr und es funktioniert einfach. Wir haben jetzt wieder ein Wachstum von 100 Prozent hingelegt. Wir stellen die Menschen in den Mittelpunkt und sagen: ‚Ihr regelt das schon. Wir brauchen euch das nicht erklären, wann ihr wo zu sitzen habt. Ihr findet das schon raus. Ihr könnt die Kundengespräche dann führen, wenn es euch passt.‘ Und wenn das Kind zum Zahnarzt muss, dann fährt man dahin, dass regelnd die Teams ohne Vorgaben. Das funktioniert vielleicht nicht in Branchen, in denen man engen Dienst am Kunden hat. Aber in viel mehr Branchen, als man denkt, funktioniert so etwas. Auch im Handwerk.
Handwerk-digital.nrw: Das Handwerk und seine Strukturen sind – Stand heute – immer noch sehr stark durch hierarchisiert. Und, dass ein gewisses Menschenbild immer wieder zum Vorschein kommt, konnten wir ja gerade an der Diskussion um das Bürgergeld wieder ablesen. Neues Arbeiten erfordert nicht nur andere Arbeitsweisen, sondern eigentlich auch ein komplett neues Menschenbild.
Stefan Janßen: Ja, das lässt sich kaum trennen. In meinem Buch ist das ein großer Aspekt, den ich in Anlehnung an FrithjofBergmanns Konzept der New Work beleuchte. Er hat den Begriff der New Work, des Neues Arbeitens, geprägt. Ich habe das entsprechende Menschenbild aber bereits von zu Hause aus mitbekommen. Mein erstes Unternehmen habe ich damals von meinem Vater übernommen. Er hat mir das ein Stück weit mit auf den Weg gegeben, immer auf den Menschen zu schauen. Mein Vater wollte immer ausgehend von den Menschen im Unternehmen etwas aufbauen. Nie umgekehrt. Er hat nicht versucht, die Menschen an die Arbeit anzupassen. Das habe ich in jedem Unternehmen, das ich bislang geführt habe, versucht so zu leben.
Handwerk-digital.nrw: Müsste New Work dann nicht eigentlich New Human heißen? Weil das Menschenbild, was darunter liegt, ja ein anderes ist? Und daraus entstehen dann neue Abläufe und Arbeitsprozesse.
Stefan Janßen: Ich denke mal, das ist so ein Wechselspiel. Also natürlich wirkt sich das Menschenbild auf die Arbeit aus. Aber genauso kann man auch fragen: Welche Arbeit braucht es denn, um Menschen zu ermächtigen und zu stärken? Wir haben gut 200 Jahre Industrialisierung hinter uns. Mit neuen Methoden der Massenfertigung. Das hat zu materiellem Wohlstand in vielen Ländern geführt. Aber wir sehen ja, das ist alles irgendwo eine Sackgasse. Dafür brauchen wir nur auf das Klima zu schauen. Wenn wir also auf der Suche sind nach Arbeit, die sozial verträglich ist, die umweltverträglich ist und auch ökonomisch sinnvoll, wird sich daraus von ganz allein ergeben, dass wir anders auf die Menschen schauen können. Nicht nur auf die Nummer 732 an der Fertigungsstelle 27a der Produktion.
Handwerk-digital.nrw: Glauben sie denn, dass die Digitalisierung Teil der Lösung ist? Oder ist Digitalisierung ein neues Problem?
Stefan Janßen: Für mich ist Digitalisierung eine riesige Chance, um sich von unnötigen Routinearbeiten zu befreien. Eine Chance dann, wenn Künstliche Intelligenz monotone oder schwere Arbeiten durchführen kann, damit wir wieder mehr Zeit für kreative handwerkliche Arbeiten haben. Gewisse Arbeiten können wir bereits an die Robotik abgeben.
Das eigentliche Grundproblem ist für mich immer noch, dass wir als Gesellschaft noch immer nicht verstanden haben, dass wir eigentlich gar nicht so viel arbeiten müssten. Wenn wir nicht in diesen Marketingbildern von Erfolg, Habitus und Status verhaftet wären. Wenn du in einer verantwortlichen Position bist, muss du entsprechende Statussymbole besitzen und permanent sehr beschäftigt sein. Man hat keine Zeit zur Reflexion. Eigentlich würde es reichen, 20 Stunden in der Woche zu arbeiten. Dann vielleicht noch 15 Stunden in die Selbstversorgung zu stecken, uns gegenseitig unterstützen. Plus: man hätte noch Zeit für Sinnstiftung, auch im privaten Bereich wie dem Ehrenamt.
Handwerk-digital.nrw: Wir leben natürlich immer noch in einer Leistungsgesellschaft, in der beschäftigt gleich erfolgreich ist. Wenn etwas nicht rund läuft, denken wir ja immer eher, dass wir uns nicht genug anstrengen. Dass mit uns etwas nicht stimmt. Anstatt Strukturen und Abläufe zu hinterfragen.
Stefan Janßen: Für mich lässt sich das gut auflösen mit Fragen nach Intention und Wirkung. Jungen Leuten wird gerne unterstellt, dass sie keine Lust haben, etwas zu lernen, etwas zu leisten. Da schließt sich für mich die Frage an, ob die grundsätzlich nicht arbeiten wollen oder einfach nur nicht so arbeiten wollen, wie wir Älteren bislang gearbeitet haben. Mit Scheidungsquoten von bis zu 50 Prozent, einer kaputten Umwelt, mit bloßem Blick auf Statussymbole und Konsum, Repräsentanz – gerade die Jüngeren sehen doch heute, dass es so nicht weitergeht.
Handwerk-digital.nrw: In Ihrem Buch sind es dann auch oft die Töchter, die ihren Vätern die Welt von heute erklären.
Stefan Janßen: Das kann meine Tochter auch sehr gut.
Handwerk-digital.nrw: An einer Stelle schrieben Sie ganz explizit, dass im Prinzip die junge Generation an vielen Stellen, etwa was Kommunikation, Umweltfragen und Digitalisierung angeht, viel besser Bescheid weiß – eventuell auch besser ausgebildet ist – als Eltern oder Chefs.
Stefan Janßen: Letztendlich basiert das Handwerk seit Jahrtausenden auf einer Könnerschaft. Also, man beherrscht sein Handwerk; wird Azubi, Geselle, bildet sich fort bis zum Meister. Der heißt nicht ohne Grund so. Er oder sie ist meisterlich in seiner oder ihrer Könnerschaft; immer noch nicht perfekt, denn das hört ja nie auf. Und die Töchter im Buch zum Beispiel haben die größte Könnerschaft im Umgang mit dem Digitalen.
Das erlebe ich immer wieder. In unserem recht jungen Moin Solar-Team kann ich mit meinen 51 Jahren vieles gar nicht mehr so schnell verarbeiten. Das ist einfach so, dass das Gehirn dann nicht so konditioniert ist. Da ist es dann auch so, dass derjenige, der sich in einem Bereich am besten auskennt, auch genau dran arbeitet und die anderen schult. Warum kann das nicht eine 18-jährige Auszubildende in einem Handwerksunternehmen sein, die einfach mal den älteren Personen im Team erklärt: So geht das. Dafür müssen wir dann wieder auf dieses neue Menschenbild kommen, dass wir einfach der Person die Lösung zutrauen, die das Problem am besten beurteilen kann. Oder die meiste Erfahrung im Umgang mit der Problemlösung auf dem Gebiet hat.
Handwerk-digital.nrw: Man muss aber auch sagen, dass Ihr Protagonist, Thomas, sehr neugierig und offen für neue Ansätze ist. Selbst wenn er erst mal darüber schlafen muss oder mit seiner Frau spricht.
Stefan Janßen: Klar, das gehört ja zu so einer Heldenreise dazu. Mein Ziel war es, ein möglichst großes Buffet an kleinen Tricks und größeren Denkanstößen zusammenzustellen, es gibt nicht die eine Standardlösung.
Handwerk-digital.nrw: Ja, im Buch verabschiedet sich Thomas dann auch von Standardlösungen und der Annahme: Eine Betriebsübernahme muss schwer sein, es muss anstrengend sein, es muss dich jede Menge kosten. Ist das auch eine persönliche Erfahrung?
Stefan Janßen: Ich bin da tatsächlich durch die schwere Schule der Familienbetriebsübernahme gegangen. Da meinte ich anfangs auch, mich profilieren zu müssen. Erst habe ich eine Schicht im Betrieb gearbeitet und bin danach noch sechs bis acht Stunden ins Büro, um dann irgendwo auf einer Pritsche zu schlafen. Am nächsten Tag das Ganze wieder von vorn. Das habe ich ungefähr ein Jahr lang durchgehalten, bis ich gemerkt habe: Das bringt mich um. Mein Vater hat mich zudem irgendwann zur Seite genommen und mir gesagt: ‚So funktioniert das nicht. Versuch doch wenigstens normal zu arbeiten!‘
Normal zu arbeiten hieß für mich dann immer noch zehn, zwölf Stunden am Tag. Dann hatten wir einen gesundheitlichen Rückschlag in der Familie, und da habe ich erstmalig gesehen, was wirklich wichtig ist. Ich bin dann radikal von einer 60 auf eine 30- Stunden-Woche runter. Einen kompletten Tag in der Woche war ich zu Hause. Und habe gemerkt, das geht!
Wenn man all das weglässt, was unnötig ist oder das, was man eigentlich nur macht, weil man meint, es machen zu müssen, weil andere es so machen. Ich bin da eigentlich viele Jahre gut mit unternehmerisch unterwegs gewesen, mit meinen 30 Stunden. Das Unternehmen ist trotzdem von 15 auf 40 Mitarbeitende gewachsen. Das hätte bestimmt noch weiterwachsen können, das wollte ich aber nicht. Die Kunst ist, das rechte Maß für einen selbst zu finden. Sich zu fragen: Was kann ich für mich vertreten als Arbeitszeit? Wie wirksam bin ich in dieser Zeit? Wie wichtig sind mir andere Lebensbereiche? Die Chance mich selbst zu reflektieren hat mir dann das Laufen gegeben. Drei Stunden ohne Smartphone, ohne Ablenkung – man glaubt gar nicht, was man in so einer Zeit alles denken kann.
Handwerk-digital.nrw: Im Buch entdeckt Hendrik dann das Fahrradfahren, um aus dem Kopf herauszukommen.
Stefan Janßen: Man kann auch spazieren gehen. Das Schwierigste daran ist, die passenden Antworten für einen selbst zu finden. Klar, man kann Kurse besuchen, Software und Technologie benutzen. Aber herauszufinden: Was passt für das eigene Gewerk? Was brauche ich wirklich?
Handwerk-digital.nrw: Wäre das der erste Schritt ins Neue Arbeiten im Handwerk?
Stefan Janßen: Der allererste Schritt wäre zu schauen: Habe ich etwas, was ich weglassen kann? Zu hinterfragen: Warum mache ich das eigentlich? Oder das? Und so findet man vielleicht Freiräume. Ohne Reflexion bleibst Du im Hamsterrad.
Handwerk-digital.nrw: Vermutlich plädieren Sie dafür, dabei radikal von sich selbst ausgehen? Nicht zu sehr auf Unternehmensratgeber, Managementtools etc. zu setzten?
Stefan Janßen: Genau. Jedes Unternehmen ist ein einmaliges Projekt, eine Manufaktur. Ein einmaliges organisches System, in das Menschen etwas einbringen und am Ende kommt etwas heraus. Das kann gut oder schlecht sein. Anleitungen funktionieren vielleicht, wenn man eine Maschine zusammenschraubt. Aber nicht in einem Betrieb, der durch Menschen und ihre Kommunikation lebt. Nur ich selbst kann herausfinden, wie ich arbeiten möchte. Sich zu hinterfragen: Warum habe ich eigentlich diesen Meisterbrief? Man kann vielleicht keinen Schalter umlegen, aber eine neue Richtung in eine neue Arbeitswelt einschlagen. Dafür muss man Zöpfe abschneiden und Mut und Selbstvertrauen haben.
Handwerk-digital.nrw: Vielen Dank für das Gespräch und Ihre Zeit! Wir wünschen Ihrem Buch viele Leserinnen und Leser. Und Ihnen weiterhin viel Zeit zum Denken, damit wir an Ihren Ideen auch künftig teilhaben können.
Zum Weiterlesen: Das Buch von Stefan Janßen gibt es überall, wo es Bücher gibt und ist auch als E-Book verfügbar.
Weiteres zu Stefan Janßen, seinen aktuellen Projekten und Ideen, finden Sie hier: baustellezukunft.de.
